Adventskalender 2018

Die Idee eines online Adventskalenders hatten wir schon lange. Aufgrund der vielen Begleitungen und Aufklärungsveranstaltungen, ist das Ganze jedoch ein wenig in Vergessenheit geraten. Wir wären aber nicht wir, wenn wir nicht spontan agieren könnten. Und somit haben wir für dieses Jahr einen recht unkonventionellen, nicht durchgeplanten Adventskalender gestartet. Ihr dürft gespannt sein auf die Beträge, wir sind es ehrlich gesagt auch ;)

Vorankündigung 30.11.2018

01.12.2018

Hallo Ihr Lieben,
ich freue mich sehr, dass ich heute das erste Türchen in unserem Adventskalender öffnen darf.
Die Weihnachtszeit, die eigentlich eine wundervolle, besinnliche Zeit ist, ist für mich als Sternenmama nicht immer leicht. Zwischen dem ganzen Trubel, den vielen gemütlichen Lichtern und der Planung über das ganze Fest, schwingt immer ein Hauch Traurigkeit bei mir mit. Einmal mehr wird klar, dass Weihnachten nicht mehr so unbeschwert ist, wie es einmal war.
Um dieser Traurigkeit einen Platz in meinem Alltag zu geben, hilft es mir sehr, etwas für meinen Sohn zu gestalten.
Der Friedhof ist für mich nach wie vor ein wichtiger Ort. Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit ist es für mich sehr wichtig, dass auf dem Grab Kerzen brennen. Doch die Grablichter, die man überall kaufen kann, erscheinen mir nicht altersgerecht. Schließlich ist Jonas ein Baby. Also gestalte ich diese Kerzen oft ein bisschen bunt. Das gibt mir ein gutes Gefühl und das Gestalten hilft mir in meiner Trauerarbeit. Ich kann etwas für meinen Sohn tun.
Also auch nun zur Adventszeit. Auch bei Jonas soll es einen Adventskranz geben, der hoffentlich etwas Licht in diese dunkle und doch eigentlich so schöne Zeit bringt.

Ich wünsche euch allen eine schöne Vorweihnachtszeit.
Seid herzlichst gegrüßt,
Friederike mit Jonas fest im Herzen ♥️

02.12.2018

Heute dürfen wir es offiziell verkünden! Die Gala Der Goldenen Glocke findet einmal im Jahr statt. Alle Einnahmen gehen zugunsten eines gemeinnützigen Vereins. Für die kommende Gala, haben die Künstler uns auserwählt. Wir freuen uns riesig darüber!!

03.12.2018

Ihr Lieben,
heute möchte ich euch berichten, wie wir letztes Jahr unser erstes Weihnachten als Sterneneltern verbracht haben.


Die Adventszeit war für mich sehr sehr schwer. Am liebsten hätte ich Weihnachten ganz ausfallen lassen. Das konnte ich aber meiner damals vierjährigen Tochter nicht antun.


Also überlegte ich, wie wir es schaffen würden, unser Sternenkind Jonas am Weihnachtsfest teilhaben zu lassen.
Ich besorgte zehn Holzsternanhänger. Diese malte ich weiß an. Später gestaltete ich diese Anhänger zusammen mit meiner Tochter und meinem Mann. Dieser Moment des Gestalten war wunderschön. Jonas war uns sehr nah und wir hatten wieder einmal ein gutes Gefühl, da wir aktiv etwas für unseren Sohn und Bruder tun konnten.

Dann war Heiligabend. Wir sägten aus unserem Weihnachtsbaum einen großen Ast, mitten aus der Mitte heraus. So entstand eine große Lücke im Baum. Diese Lücke war das Symbol für Jonas. Auch er hat eine große Lücke in unserem Leben hinterlassen und diese wird besonders an Festen wie Weihnachten besonders spür- und sichtbar. In diese Lücke unseres Weihnachtsbaumes hängten wir eine Weihnachtskugel mit dem Namen von Jonas. Und drum herum, fünf von unseren gestalteten Sternen. Die anderen fünf Sterne hängten wir an den abgesägten Ast, den wir dann gemeinsam zum Friedhof auf das Grab von Jonas brachten. Auch wenn der Moment auf dem Friedhof sehr emotional war, war es doch auch ein Stück heilsam. Wir konnten Jonas ein Stück von zu Hause bringen und ihm so zeigen, dass wir Weihnachten besonders an ihn denken.

 

Dieses Jahr werden wir es wieder so machen. Die Anhänger habe ich bereits. Dieses Mal habe ich selbsttrocknenden Ton genommen. Sie müssen nur noch bemalt werden. Das geht mit Filzstiften oder Acrylfarben sehr gut. Da freue ich mich jetzt schon drauf.

 

Seid herzlichst gegrüßt von
Friederike mit Jonas fest im Herzen

04.12.2018

05.12.2018

Heute öffnet Verena das 5. Türchen:
Die Adventszeit ist die beste Zeit, um dankbar zu sein. Dankbar für das, was man hat – dankbar für die Menschen, die einen in schweren Zeiten zur Seite stehen.
Wir als Verein sind dankbar für all die Unterstützung, die uns Unternehmen, Clubs, Krankenhäuser und einzelne Personen zuteil lassen. Jedes Mal, wenn der Postmann mit einer weiteren Sachspende aus der Amazon Wishlist am Turmplatz klingelt, oder wenn eine weitere Geldspende auf dem Kontoauszug steht, sind wir zutiefst gerührt. Denn jede einzelne Spende, egal wie groß oder klein, zeigt uns, dass all die Sternchen etwas bewegen und berühren. Das ist das größte Geschenk überhaupt, denn damit leben sie irgendwie weiter.
Deswegen haben wir dieses Jahr die Scheren gezückt und den Kleber rausgeholt und duzende Weihnachtskarten gebastelt. Alles Unikate, denn unsere Chefbastlerin Jenni, hat sich für jede Karte ein individuelles Detail ausgedacht. Nicht nur unsere Unterstützer bekommen Karten. Denn dankbar sind wir vor allem für den Mut und das Vertrauen, dass uns die betroffenen Sterneneltern entgegenbringen. Nur dadurch gibt es uns. DANKE!
Wir haben euch unsere Bastelaktion ein wenig dokumentiert – schaut euch das letzte Bild genau an - da sieht man wie viele Menschen uns unterstützen, indem sie uns ihr Vertrauen schenken oder spenden. Einfach nur Wahnsinn!

06.12.2018

Heute gibt es die Auflösung zum Briefumschlag der an die Stadthalle Verden ging. Wir sind super doll aufgeregt!!!

07.12.2018

7. Adventskalendertürchen
Jedes Jahr wieder verkaufen Verdens Rotarier zusammen mit ihren französischen Freunden aus Flers in der Vorweihnachtszeit Misteln für einen guten Zweck. Dieses Jahr findet der Verkauf am morgigen Sonnabend, den 8. Dezember 2018, von 9 Uhr bis 16 Uhr an bewährter Stelle vor dem Schuhaus am Beginn der Verdener Fußgängerzone in der Großen Straße statt. Der Erlös geht komplett zugunsten der Sterneneltern Achim e.V. Misteln stehen in Deutschland unter Naturschutz und werden von den Flerser Rotariern in Frankreich geschnitten und am Tag vor dem Verkauf nach Verden gebracht. Falls nicht alle Misteln verkauft werden, wird die Aktion am 15. Dezember an gleicher Stelle noch einmal wiederholt. Wir bedanken uns recht herzlich bei Uli Schmitz und seinen Freunden! 

08.12.2018

09.12.2018

In unserem Türchen Nummer 9. entzünden wir heute, am weltweiten Gedenktag für verstorbene Kinder, eine Kerze für alle Sternchen die nicht bei Ihren Familien sein können.

10.12.2018

11.12.2018

Heute öffnet Verena das 11. Türchen: immer wieder schreiben wir Karten an die Sterneneltern, ob zur Beerdigung oder zum Geburtstag der Sternchen. Wir wissen einfach zu gut, dass jedes Wahrnehmen unserer Kinder Balsam für die Seele ist. Dadurch sind wir immer auf der Suche nach schönen Gedichten, Sprüchen und Zitaten zum Thema Tod und Leben. Gestern bin ich über ein wirklich schönes Gedicht gestoßen, dass mich mit viel Wärme erfüllt hat. Und genau das möchte ich heute mit Euch teilen. Ich hoffe, dass es euch genauso gefällt.

12.12.2018

Das 12. Türchen öffnet auch Verena für Euch: Ich würde gerne mit Euch teilen, warum wir uns für einen Ruheforst entschieden haben. Als meine Tochter Edda letztes Jahr unter der Geburt starb, ging es mir wie vielen von Euch: anstelle, dass ich Babyartikel auf diversen Online-Plattformen bestellte, musste ich mich um eine Beerdigung kümmern. Bis dato, sind in meiner Familie ‚nur‘ Großeltern verstorben, die alle auf Friedhöfen beerdigt worden sind. Ich empfand die Beerdigungen als furchtbar trostlos und grau und da ich auch nicht sehr kirchengläubig bin, suchte ich nach einer Alternative. Etwas lebensbejahendes irgendwie, etwas fröhlicheres. Ich erfuhr dann vom Ruhewald und fand die Idee an einem Baum beerdigt zu werden wunderschön. Im Ruhewald angekommen wurde mir wieder schwer ums Herz. Der Wald erschien mir dunkel und eng, und die Gedenktafeln an den Bäumen erinnerten daran, dass die meisten Menschen viel älter sterben – es war einfach alles erdrückend. Genau in dem Moment huschte ein Eichhörnchen an mir vorbei und intuitiv folgte ich ihm – so blöd es sich anhört, ich dachte: das schickt mir Edda. Es machte an einem Baum halt, der auf einer kleinen Anhöhe stand, hinter einer Bank mit Blick auf eine Obstwiese – ich wusste sofort: das ist es. Ich fand es auch nicht schlimm, dass der Körper kremiert werden musste – es waren doch nur die sterblichen Überreste. Genauso empfand ich: sie lebt ja in meinem Herzen. Also trug ich ihre Urne und fühlte mich ihr so nahe, als wir sie an ihrem Baum beerdigten. Ich gehe dort so gerne hin: jedes Mal hält der Wald eine kleine Überraschung bereit: Hasen die am Feld entlang hoppeln, Frösche, die durchs Gras hüpfen, Erdhummeln, die ein Nest bauen – und neben Edda’s Baum ist ein Baum mit Zwergengesicht. Alles wie in einem Kinderbuch irgendwie. Die Natur macht einfach weiter, als ob nie etwas gewesen wäre. Ich schlendere gerne durch den Wald, geniesse die Ruhe und fühle mich meiner Tochter so nahe. Dort habe ich Frieden mit der Natur geschlossen.

13.12.2018

Hallo Ihr Lieben, nun bin ich also an der Reihe. Ich darf heute das 13. Kalendertürchen „öffnen“ und
da habe ich mir etwas ganz Tolles für euch rausgesucht. Vorstellen möchte ich euch die Janusz-
Korczak-Geschwisterbücherei in Lilienthal (Worphauser Landstr. 51). Denn in diesem Jahr habe ich es
endlich geschafft und war das erste Mal persönlich da und konnte einen kleinen Eindruck von diesem
schönen Ort gewinnen, da ich bisher nur aus Erzählungen von dieser Bücherei gehört habe.
In dieser Bücherei sind alle Menschen willkommen, die sich für das Zusammenleben von Menschen
interessieren. Willkommen sind Kinder, Jugendliche, Familien und auch Fachleute, die sich
informieren wollen. Es gibt jede Menge Bücher und auch Spiele. Die Bücher haben einen besonderen
Schwerpunkt bei Kinder- und Jugendbüchern, die sich mit sozialen Fragestellungen befassen. Es gibt
Bücher zum Thema Geschwister, Geschwisterbeziehungen, speziell dann noch mal mit
Geschwisterbeziehungen in Familien, in denen eins oder mehrere Kinder mit Behinderungen leben.
Und so stehen in den Regalen vieler Art an Büchern z.B. Märchenbücher, Vorlesebücher, Bücher zum
Stöbern, Geschichten, Romane und Zeitschriften für Eltern. Viele von diesen Zeitschriften sind von
Selbsthilfegruppen für Eltern behinderter Kinder, aber auch pädagogische Zeitschriften und einfach
was zur Unterhaltung.
Es gibt auch 2 Regale voll mit Büchern zum Thema Tod, die meisten davon sind sogar Kinderbücher.
Auf jeden Fall bin ich mir sicher, dass für jeden was dabei sein könnte.
In der Geschwisterarbeit werden auch die Regenbogenkerzen für die Verstorbenen angezündet, als
Gedenken, aber auch mit Blick auf das Leben. Mir persönlich hat sie in meiner Trauer in diesem Jahr
sehr geholfen.
Ich habe mich jedenfalls sehr wohl gefühlt in der Bücherei und hoffe bald nochmal dort zu sein und
durch die Räume und Regale zu stöbern.
Träger der Bücherei ist übrigens der Verein Stimme e.V. (Verein zur Förderung der Bildungsarbeit von
Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen e.V.)
Schaut gerne für mehr Informationen auf der Homepage der Bücherei vorbei
www.geschwisterbuecherei.de.
Und nun wünsche ich euch noch eine weitere besinnliche Vorweihnachtszeit.
Liebe Grüße sendet euch Sarah