FAQ über Sternenkinder

Was genau ist ein Sternenkind?

 

  • Als Sternenkind bezeichnet man Kinder die vor, während oder kurz nach der Geburt versterben.

 

 

Wo liegt der Unterscheid zwischen einer Fehlgeburt und einer Totgeburt?

 

  • Medizinisch spricht man von einer Fehlgeburt, wenn ein Kind ohne Lebenszeichen zur Welt kommt und ein Geburtsgewicht von 500 g nicht erreicht.
  • Bei einer Totgeburt kommt das Kind ohne Lebenszeichen zur Welt und hat ein Gewicht von mindestens 500 g.

 

 

Kann/Darf ein Sternenkind bestattet werden?

 

  • Bestattungsrecht ist Ländersache. Daher gibt es unterschiedliche Regelungen die wir im folgenden zusammenfassen:

    Fehlgeburten
    In allen Bundesländern gibt es ein Recht auf Bestattung.
    ACHTUNG: In Bremen erst ab der 12. Schwangerschaftswoche.
    Eine Bestattungspflicht ist je nach Bundesland ab einem bestimmten Gewicht oder einer bestimmten Schwangerschaftswoche geregelt.

    Totgeburten
    In allen Bundesländern gibt es ein Recht auf Bestattung.
    Eine Bestattungspflicht gibt es in den Bundesländern Baden-Würtemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Hollstein und Thüringen.
    Für Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern gilt die Pflicht erst ab einem Gewicht von 1.000 g.
    In Hessen gilt die Pflicht erst nach Ablauf des 6. Schwangerschaftsmonats.
     

Hat die Mutter ein Recht auf Begleitung durch eine Hebamme?

 

  • Ja! Hierbei spielen das Gewicht und die Schwangerschaftswoche des Kindes keine Rolle. Die Hebamme kann die Hilfe von bis zu 8 Stunden vor der Geburt eines Sternenkindes und die Hilfe für die Dauer von bis zu 3 Stunden danach, einschließlich aller damit verbundenen Leistungen und Dokumentationen mit der Krankenkasse der Mutter abrechnen.
  • Ebenfalls hat die Mutter das Recht auf einen Rückbildungskurs. Für den Raum Bremen und umzu empfehlen wir die Hebammen für verwaiste Babymütter

 

Wie ist es mit dem Mutterschutz und dem Mutterschaftsgeld geregelt?

 

  • Wiegt das Kind unter 500 g und kommt ohne Lebenszeichen zur Welt, hat die Mutter weder Anspruch auf Mutterschutz noch auf Mutterschaftsgeld.
  • Wiegt das Kind über 500 g oder gab es Anzeichen von Leben (z. B. eine pulsierende Nabelschnur, ein Herzschlag, eine Atmung), bestehen sowohl Anpsruch auf Mutterschutz als auch auf Mutterschaftsgeld.
    Es handelt sich hierbei mindestens um die regulären 8 Wochen nach der Entbindung. Hat das Kind ein Gewicht zwischen 500 g und 2.500 g wird es zusätzlich als Frühgeburt eingestuft. Der Mutterschutz verlängert sich somit um weitere 4 Wochen auf insgesamt 12. Hinzu kommt die Verlängerung um den Zeitraum der Schutzfrist, die vor der Entbindung nicht in Anspruch genommen werden konnte (erneute 6 Wochen).
    Somit können der Mutter insgesamt bis zu 18 Wochen Mutterschutz zustehen.

 

Besteht ein Kündigungsschutz für die Mutter?

 

Bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung besteht ein Kündigungsschutz für die Mutter. Dies gilt gem. §9 MuSchG auch für Fehlgeburten nach der 12. Schwangerschaftswoche. Wichtig hierbei ist, das dem Arbeitgeber die Schwangerschaft/Entbindung zum Zeitpunkt der Kündigung bekannt war oder innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt der Kündigung mitgeteilt wird.